Grußwort zum Wechsel des Leiters der Polizeiinspektion Marktoberdof am 9. August 2017

11. August 2017

In Marktoberdorf gibt es einen Amtswechsel: Der bisherherige Leiter der PI, Erster Polizeihauptkommissar Immerz wurde im Kreise von hochrangigen Vertretern aus Politik, Feuerwehr, THW und Bayerischem Roten Kreuz, dem Landkreis und der Stadt Marktoberdrof, der Justiz und der Verwaltung gewürdigt und verabschiedet. Die Leitung wird nahtlos an EPHK Maucher, bisher als Verfügungsgruppenleiter bei der PI Füssen tätig, übergeben. Mit ihm erhält die PI Marktoberdorf einen ebenso gut qualifizierten und engagierten neuen Leiter.

Paul Wengert war als geladener Gast vor Ort und hier können Sie sein Grußwort zum Wechsel der Leiter lesen, oder als PDF Downloaden:

Download Grußwort

Sehr geehrte Frau Landrätin, sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrter Herr Polizeipräsident, liebe Kollegen Schorer und Stracke, sehr geehrter Herr Immerz, sehr geehrte Frau Immerz, lieber Herr Maucher, sehr geehrte Frau Maucher,
sehr geehrte Damen und Herren!

Das einzig Beständige ist der Wechsel – könnte man in leichter Abwandlung des Satzes “Nichts ist so beständig wie der Wandel” von Heraklit von Ephesus (etwa 540 - 480 v. Chr.) sagen – und der heutige Tag beweist das einmal mehr. Schon die Anwesenheit hochkarätiger Vertreter des öffentlichen Lebens von Stadt und Landkreis sowie der Politik stellen die Bedeutung dieser Stunde unter Beweis. Ich freue mich, mit dabei sein zu dürfen und bedanke mich für die Einladung. Dass der Leiterwechsel einer Polizeiinspektion nicht hinter den verschlossenen Türen einer Polizeidienststelle, sondern im Rathaus stattfindet, zeigt aber auch die Wertschätzung, die unsere bayerische Polizei im Allgemeinen und die Position und die Beamten, die heute im Mittelpunkt stehen, im Speziellen genießen. Wir setzen damit auch eine klares Signal gegen die zunehmende Respektlosigkeit und Angriffen, denen unsere Polizeibeamtinnen und -beamten täglich ausgesetzt sind, die oft ein unbegreifliches Maß erreichen – und letztlich einen Angriff auf unser Gemeinwesen darstellen. Dass davon auch Helfer in Notfällen, etwa Feuerwehrleute und Rettungssanitäter, betroffen sind, sei der Vollständigkeit noch erwähnt. Und leider erreichen solche Exzesse zwischenzeitlich auch ländliche Regionen. So richtig und wichtig die Schaffung entsprechender Sanktionierungen und Strafverschärfungen sind, so wichtig ist die Prävention, die schon im Kindesalter beginnen muss: Wir müssen wieder zurück zum Polizisten als „Freund und Helfer“ – mit all seiner Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit! Und es war höchste Zeit, dass angesichts der nach wie vor zunehmenden und komplexeren Aufgaben der Polizei, vor allem aber im Hinblick auf völlig neue Herausforderungen durch Kriminalitätsformen, die wir früher gar nicht kannten, der unselige Stellenabbau in der Ära Stoiber ein Ende hat und die Polizei wieder aufgestockt wird. Bis die zusätzlichen Kolleginnen und Kollegen bei den Inspektionen ankommen, wird es allerdings noch etwas dauern, denn derzeit reicht es gerade so zum Ersatz der ausscheidenden Beamten; die verfügbare Personalstärke auf den meisten Dienststellen ist immer noch zu gering. Das beweisen nicht nur die statistischen Zahlen, sondern das erlebe ich bei meinen Besuchen als Innenpolitischer Sprecher meiner Fraktion in den Inspektionen regelmäßig. Fast 2 Mio. Überstunden machen das Ganze nicht einfacher.
Sie, lieber Herr Immerz, können das inzwischen eher gelassen sehen. Aber dennoch werden Sie dem heutigen Tag mit gemischten Gefühlen entgegengesehen haben – und vielleicht verlassen Sie Ihr Amt als Inspektionsleiter der Polizeiinspektion Marktoberdorf auch mit einer kleinen Träne im Auge; denn dann war es eine gute Zeit für Sie, die nun nach neun Jahren Cheftätigkeit und insgesamt 32 Jahren Polizeiarbeit in unserer Kreisstadt zu Ende geht. Auch ich möchte Ihnen dafür herzlich danken, insbesondere für die guten Kontakte und Gespräche, die wir führen konnten. John F. Kennedy hat einmal gesagt: „Veränderung ist das Gesetz des Lebens. Diejenigen, die nur auf die Vergangenheit oder die Gegenwart blicken, werden die Zukunft verpassen.“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie zum einen schon mit Stolz und Genugtuung auf die hinter Ihnen liegende Zeit zurückblicken, aber mit klarem Blick nach vorne in Ihren neuen Lebensabschnitt starten. Dafür wünsche ich Ihnen viel Gesundheit, große Unternehmungslust und viel Glück. Einen sehr praktischen Vorteil – neben allen anderen - für Sie, lieber Herr Maucher, hat die Versetzung nach Marktoberdorf in fahrtechnischer Hinsicht, verkürzt sich Ihr künftiger Reiseweg doch von 38,4 Kilometer auf 26,2 Kilometer und bringt Ihnen eine Zeitersparnis von 17 Minuten einfach! (von 42 auf 25 Min.). Das dürften Sie besonders im Winter schätzen. Die damit gewonnene zusätzliche Freizeit macht im Jahr rund 125 Stunden aus, immerhin knapp 14 Arbeitstage! Noch mehr Freude wird Ihnen allerdings bereiten, dass Sie nun Chef einer Polizeiinspektion sind – dazuhin noch einer fast neuen, jedenfalls der modernsten im Ostallgäu. Das lässt Sie sicher auch verschmerzen, dass Sie in Zukunft eher weniger Kontakt zu asiatischen Gästen haben, bei denen Unfallaufnahmen oder Anzeigeerstattung zu längeren und intensiveren Begegnungen führen. Auf diesen Beitrag zur Völkerverständigung werden Sie künftig verzichten müssen ebenso wie auf den gelegentlichen Promi-Rummel um Schloss Neuschwanstein. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Ernennung zum Leiter der Polizeiinspektion Marktoberdorf und wünsche Ihnen in Ihrer neuen Position alles Gute, vor allem viel Gesundheit, erfolgreiches Führen, stets unfallfreie Einsätze und das Quäntchen Glück, das jeder von uns braucht.

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