Das Allgäu summt - Bienentour

Im Honigdorf Seeg

23. August 2018

Bienenfleißig sind in Schwaben nicht nur die rund 35.000 Bienenvölker, sondern auch die gut 5.000 aktiven Imker, die sich in 123 Imker- bzw. Bienenzuchtvereinen und 11 Kreisverbänden des Bezirksverbandes der Imker Schwaben e.V. organisieren. Für Ruth Müller, Imkereipolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und die beiden Allgäuer SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert und Ilona Deckwerth, war es beeindruckend, wie tatkräftig und kreativ sich die Imker in unserer Region engagieren. Die SPD-Abgeordneten hatten unter dem Motto „Das Allgäu summt“ am 6. und 7. August eine Info-Tour mit Imkerempfang im Allgäu organisiert, um mit den Imkerinnen und Imkern direkt ins Gespräch zu kommen. „Hier wird hochprofessionell Sensibilisierungs- und Bildungsarbeit geleistet, um den Lebensraum der Bienen zu schützen und zu erhalten und um das Wissen um die Imkerei weiterzutragen“, zollte die SPD-Fachfrau für das Imkerwesen, Ruth Müller aus Landshut, am Ende der beiden Tage dieser Arbeit höchste Anerkennung.

Die Runde startete in der Schwäbischen Imkerschule in Kaufbeuren-Kleinkemnat, um anschließend das Historische Bienenhaus des Imkervereins Kempten mit Lehrbienenstand im Adelharzer Forst zu besuchen und am Abend in Kempten bei einem Imker-Empfang mit aktiven Imkerinnnen und Imkern sowie Vertreterinnen des Bund Naturschutzes und Vertretern der Landwirtschaft sowie interessierten Bürger*innen ins Gespräch zu kommen. Tags darauf wurden die Landtagsabgeordneten beim Besuch im „Honigdorf Seeg“ ausführlich über die Entstehungsgeschichte und das Konzept sowie die vielfältige Arbeit in der Erlebnisimkerei dort informiert.

Die Imkerschule Schwaben ist laut Eckard Radke, Präsident des Bezirksverbandes Imker Schwaben e.V. und des Bayerischen Landesverbandes der Imker, die meistbesuchte Imkerbildungsstätte in Deutschland, erfuhren die Abgeordneten. „Die Biene ist im im Fokus der Gesellschaft angekommen“, freute sich Radke. Das fördere die Bereitschaft, sich für die Bienenzucht einzusetzen und gleichzeitig wachse das Bewusstsein für die Bedeutung von blühenden Wiesen als Nahrungsgrundlage für die Bienen, erklärte der Fachmann. Schuldirektor Gerhard Ullinger berichtete von einer dementsprechend steigenden Nachfrage an den Aus- und Fortbildungsangeboten für Imkerinnen und Imker. „Was hier ehrenamtlich auf unbürokratische Weise geleistet wird, ist vorbildlich und bewundernswert“, würdigte der Ostallgäuer Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert diese Aktivitäten. Insbesondere mit dem Angebot des „Imkerns auf Probe“, das von Eckard Radke 2003 initiiert worden ist, habe die Imkerschule Schwaben eine Vorreiterrolle eingenommen, die bis heute zum positiven Image der Bildungseinrichtung beiträgt.

Einblick in die praktische Bildungsarbeit der Imkervereine erhielten Müller, Deckwerth und Dr. Wengert in Kempten am Standort des Historischen Bienenhauses mit Lehrbienenstand im Adelharzer Forst. Konkret ging es zum Beispiel um die Bekämpfung der Varroamilbe, die eine große Bedrohung für die Bienenstände bedeutet. Imker und Kemptener Kreisvorsitzender Toni Stiefenhofer erklärte, wie schwierig es sei, dagegen vorzugehen. An die Adresse der Parlamentarier richtete er die Bitte, mehr Geld in die Forschung zu stecken und Zuschüsse zur Parasiten-Bekämpfung vorzusehen.

Weiter ging es dann mit dem Empfang für die Imker im Allgäu-Art-Hotel in Kempten. Trotz glühender Sommerhitze war er gut besucht. Knapp 80 angemeldete BesucherInnen zeigten Interesse an dem Thema. Fachkompetent und engagiert gaben schon zu Beginn Grußworte des Regionalreferenten des Bund Naturschutz, Thomas Frey und der Vorsitzenden des Kreisverbandes der Imker Oberallgäu, Monika Theuring, Hinweise auf die Anliegen und Forderungen der Imkerinnen und Imker. MdL Ruth Müller zeigte in ihrem Impulsreferat auf, wie intensiv sich die SPD im Bayerischen Landtag mit 46 Parlamentarischen Initiativen, also Anträgen bzw. schriftlichen Anfragen und Anfragen zum Plenum allein in der zu Ende gehenden Legislaturperiode beschäftigt hat. Angefangen von „Mitteln für landespflegerische Maßnahmen“ über das „Verbot gefährlicher Pflanzenschutzmittel“ bis hin zum Thema „Bienenfreundliche Kommune“ habe man versucht, an vielen Punkten anzusetzen, um das Bienensterben zu reduzieren bzw. zu vermeiden. „Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander“ fasste die Landespolitikerin am Ende ihre Position zusammen. „Imkerinnen und Imker, Landwirte, Naturschützer, Kommunen und Verbraucher müssen an einem Strang ziehen, wenn wir in Sachen Bienenschutz vorankommen wollen“, appellierte sie an die Anwesenden.

Wahre Begeisterung löste tags darauf der Besuch des Honigdorfes Seeg bei den SPD-Landtagsabgeordneten aus. Bereits der Bericht des Zweiten Bürgermeisters von Seeg, Josef Kiderle, über die Konzeptentwicklung und Entstehung des Honigdorfes, das als LEADER Plus-Projekt durch die Europäische Union gefördert wurde, zeugte vom einzigartigen Einsatz und vom Gemeinsinn der Seeger Bürgerinnen und Bürger, die mit dem Projekt bis heute eine Vorreiterrolle innehaben. In ganz Deutschland ist bis heute kein vergleichbares Projekt zu finden. Das ursprüngliche Ziel, Einbrüche im Tourismus durch die Attraktivierung des Ortes zu verhindern, habe sich voll erfüllt. Zudem leiste man mit den vielseitigen Angeboten in der Erlebnisimkerei wertvolle Bildungsarbeit und bringe sich aktiv für den Schutz und den Erhalt des Lebensraumes der Bienen ein.

Teilen